LESEPROBE DES NEUEN BUCHS: Olli und Olaf!

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olliundolaf

Liebe Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Erzieherinnen und Erzieher oder wer auch immer diese Geschichte den Kindern vorliest: Vorsicht, sie handelt von grausigem Ungeziefer, von widerlichen Parasiten, furchtbarem Getier.

Oh, nein, natürlich meine ich damit nicht mich! Wie könnt ihr sowas auch nur denken?! Pfff. Nein, nein, ich bin natürlich ein niedlicher, süßer Vierbeiner. Eine freundliche, wohlerzogene Fellnase. Der beste Freund des Menschen eben.

Die Geschichte, die ich euch erzählen will, handelt davon, wie ich meinen Freund Olaf kennen gelernt habe. Und da kommen wir auch schon auf das Ungeziefer zu sprechen, meine Damen und Herren. Aber keine Angst, so schlimm wird es nicht. Und, Kinder: ihr habt sowieso keine Angst vor Krabbeltierchen, oder? Dann kann ich ja loslegen.

Mein Name ist Olli. Obwohl ich es zuhause auf dem Sofa auch immer sehr gemütlich finde, gehe ich am liebsten Gassi. Da kann ich alle möglichen Gerüche erschnüffeln, das macht mir Riesenspaß.

Eines Tages spaziere ich also einen Feldweg entlang, an dem es wunderbar nach Pi…, äh, eben nach den anderen Hunden in der Nachbarschaft duftet. Ich erschnüffele alles mögliche: mein bester Kumpel Jacky ist gerade verliebt in die reizende Hundedame Mia, Apollo hat heute ganz üble Laune, Oskar vermisst sein Lieblingsspielzeug und solche Sachen eben …
Als ich ganz ins Schnuppern vertieft bin, zwickt mich plötzlich etwas auf dem Rücken.  Genau an der Stelle, an die ich nicht so gut hinkomme. Ich bin immer dankbar, wenn  mein Frauchen mich dort kratzt.

Dagegen kann ich gerade nix machen, außerdem steigt mir soeben die Duftspur von einem  Häschen in mein Näschen. Muss schnell mal gucken, wo das hingelaufen ist. Das Zwicken hab ich schon wieder vergessen, als ich, wieder zuhause, ein kleines Nickerchen auf dem Sofa halte. Schön weich und warm ist es hier. Man könnte glatt den ganzen Tag …

Schnarch … ffff … schnarch …

Autsch! Da hat mich doch schon wieder was in den Rücken gebissen! Was soll das?, denk ich mir und wälze mich hin und her und rundherum, damit es aufhört.
„Hey!“, ruft da eine leise, piepsige Stimme.Ich lausche. Das kann ich gut, mein Gehör ist  nämlich hervorragend. Da! Schon wieder: „Was machst du denn? Mir wird schlecht!“
„Hallo?“, frage ich also ins Nichts. Weil ich zwar etwas höre, aber nichts sehe. „Ist da jemand?“
„Ja!“, ruft es. – „Und wer?“ – „Ich!“ – „Und wo bist du?“
Aber da dämmert es mir schon. Euch auch? Genau! Das Zwicken auf dem Rücken.
An dieser blöden Stelle. An die ich nie hinkomme. In diesem Moment kneift mich wieder etwas.
„Hey!“, rufe ich empört. „Lass das gefälligst!“
„Oh, tschuldigung. Hab halt Hunger“, antwortet die Stimme.
„Wie bitte?! Beißt du mich etwa?“ Das kann ja wohl nicht sein. Unerhört!

„Äh, ja. Was soll ich denn sonst essen?“
Was für eine Frechheit, denke ich.
„Na, jedenfalls nicht mich! Du … du … wer bist du denn eigentlich?“
„Olaf. Bin `n Floh“, sagt der ganz frech. „Und du?“
Aha. Hab mir wohl einen Floh eingefangen, wird mir klar. In einer Dokumentation im Fernsehen kam mal was über Flöhe. Die hocken auf Katzen oder Hunden wie mir und beißen sie ins Fell. Besser gesagt, sie saugen Blut. Winzige Mengen zwar nur, aber trotzdem!

Pfui Teufel! Ich bin einigermaßen erschrocken, dass es jetzt ausgerechnet mich getroffen hat.
Ein Floh! In meinem Pelz!
„Das kannst du ja mal vergessen!“, rufe ich empört. „Runter von mir!“
„Und wo soll ich dann hin?“
Das ist mir doch egal, also sage ich: „Mir doch egal!“
„Aber dann verhungere ich doch!“, weigert sich Olaf, der Floh.
„Außerdem überträgst du eine Menge ekliger Krankheiten! Die kannst du schön behalten. Hau jetzt ab!“
„Was? Krankheiten?“, fragt Olaf.
„Ich doch nicht!“
„Doch!“, sage ich.
„Wer sagt das?“
„Die Leute im Fernsehen. Und die haben immer Recht.“
„Quatsch“, erwidert Olaf.
„Das glaub ich nicht.“
„Soll ich es dir beweisen?“, frage ich.
„Ja“, sagt Olaf.

Also gut, wo ist die Fernbedienung? Ich muss unbedingt die Dokumentation über Flöhe auf Dogflix suchen. Was? Glaubt ihr nicht, dass ein Hund den Fernseher bedienen kann? Ha! Wenn ihr wüsstet, was Hunde sonst noch so alles machen, wenn ihr grade beim Einkaufen, in der Schule oder im Freibad seid.
Es dauert nicht lange und ich hab die Dokumentation gefunden. Olaf beißt mich seit  unserer Unterhaltung zum Glück nicht mehr.
Als die Sendung zu Ende ist, frage ich: „Und? Überzeugt?“
Stille. Olaf sagt nichts. Keinen Pieps.
Ist er weg?
„Bist du weg?“

Da merke ich ein leichtes Zittern auf meinem Rücken, ein kaum spürbares Mini-Erdbeben.

„Oh mein Gott!“, höre ich Olaf mit Entsetzen in der Stimme.
„Ist ja fürchterbar!“
„Fürchterlich, meinst du.“
„Ja.“
„Stimmt“, bestätige ich.
„Ich bin ein grausiges Ungeziefer, widerlicher Parasit, furchtbares Getier. Ich bin nicht würdig zu leben. Ich fühle mich … fühle mich … nicht gut. Ich fühle mich so … so … krank. Fürchterbar krank!“
„Doch nicht du! Wenn überhaupt, werde ich krank.“
„Oh nein, ich wollte dich nicht krank machen! Verzeih mir! Ich hatte ja keine Ahnung,  dass ich voller Krankheiten bin. Ach, ich fühle mich schrecklich. Sterbenskrank. Ich sterbe! Ich fühle es!“
„Käse!“ Ich verdrehe die Augen. „Stell dich nicht so an. Ich müsste jammern, nicht du.  Und jetzt such dir gefälligst ein neues Zuhause!“
„Ich kann nicht.“ – „Wieso?“
„Ich bin zu krank. Ich habe die Pest. Die Cholera. Lepra, glaub ich, auch.“

Um Himmels willen, denke ich, ich hab mir nicht nur einen Floh eingefangen, ich hab mir einen überaus zimperlichen Parasit eingefangen. Muss ich jetzt wirklich dem Floh in meinem Fell gut zureden? Wo kommen wir denn da hin? Ach, was soll‘s. Bisschen leid tut er mir ja schon.
„Hey, Olaf, komm schon. So schlimm ist es doch nicht. Beruhig dich!“
Aber der Floh will sich nicht beruhigen.
Er fängt sogar das Heulen an. Obwohl ich lauter nette Sachen sage, wie z.B. „Das Leben geht weiter“ und „Es wird alles wieder gut“, lässt sich der seltsame Floh einfach nicht aufmuntern.
Da kommt mir eine Idee.
„Ich hab eine Idee“, sage ich. „Wir gehen zusammen zu Dr. Günther. Der kann dich ja mal untersuchen und dann wirst du sehen, dass du bestimmt kerngesund bist. Was hältst du davon?“

 

Eine Geschichte für Kinder ab ca. Vorschulalter, auch für ältere lustig!
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