Leseprobe: Olli & Jacky

Olli schreibt seine Memoiren weiter. Hat ja sonst nicht viel zu tun.
Frauchen muss zwar noch mal mit dem Rotstift ran, aber hier schon mal eine nagelneue Leseprobe seines nächsten Abenteuers:

Liebe Kinder, es ist ein wahres Wunder, dass ich euch heute diese Geschichte erzählen kann. Ja, dass ich überhaupt noch am Leben bin! Ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen, bin knapp mit dem Leben davongekommen, sage ich euch! Was passiert ist? Ich musste ein wirklich sehr, sehr gefährliches Abenteuer überstehen.
Ist ja gut, ich erzähle es euch.

Es fängt alles damit an, dass mein Kumpel Jacky Liebeskummer hat. Klingt erstmal nicht gefährlich, obwohl man Liebeskummer nicht unterschätzen sollte. Das Problem ist nur: seine große Liebe Mia ist mit ihrem Frauchen und ihrem Herrchen einfach so weggezogen. Die Menschen vergessen nämlich meistens, uns Hunde in ihre Pläne einzuweihen. Ständig packen sie uns ins Auto, ohne uns zu sagen, wohin wir fahren. Ziemlich unhöflich eigentlich. So kommt es auch, dass die hübsche Mia keinen Dunst hat, was auf sie zukommt, als Frauchen und Herrchen sie in ein ungewöhnlich voll gepacktes Auto hüpfen lassen. Sie kann ihrem Liebsten nicht einmal „Leb wohl“ sagen.
„Olliiiiii …“, heult Jacky. „Ohhh … Olliiiii!“
Die Taschentücher sind längst aufgebraucht und Jacky benutzt mein Lieblingshalstuch, um sich die Nase zu putzen. Was tut man nicht alles für den besten Kumpel …
„Du musst mir helfen!“ jammert er.
Ich hole ein paar Leckerlis zur Aufmunterung, aber Jacky schiebt sie weg und schnieft:
„Ich hab keinen Hunger. Ich kann nie wieder etwas essen.“
Das ist alarmierend und beängstigend. Jacky und keine Leckerlis?!? Ich muss dringend etwas unternehmen.
Es geht um Leben und Tod.
„Ok, was kann ich tun?“ frage ich.
„Wir müssen zu Mia! Wir müssen sie suchen! Lass uns gleich aufbrechen!“ bellt Jacky.
Oje. Aufbrechen? Ins Ungewisse? Wir haben doch keine Ahnung, wo Mia ist. Ich habe es nicht so mit Abenteuern, müsst ihr wissen. Ich bleibe beim Gassigehen immer auf dem Weg, gehe nie weit von meinem Frauchen weg. Wenn ich sie im Wald aus den Augen verliere, zittern meine Ohren.
„Mein Leben ist vorbeiiiiiii ….“, jault Jacky jetzt ziemlich laut.
Na gut. Manchmal muss ein Hund tun, was ein Hund eben tun muss.
„Gut, lass uns gehen“, seufze ich. Und so nimmt das Unheil seinen Lauf.

Vorbereitung ist alles. Ein gut durchdachter Plan erhöht die Erfolgschancen eines Vorhabens enorm. Diese Erkenntnis kommt uns, nachdem wir völlig unvorbereitet und kopflos aufbrechen …



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